Leistungsfähigkeit

Körperliche und geistige Leistungsfähigkeit

Habe ich als Raucherin oder Raucher eine schlechtere Kondition?
Bin ich körperlich eingeschränkt?
Bin ich weniger fit?

Die Antwort auf all diese Fragen ist eindeutig: Ja! Vielleicht merkst du ja, dass du im Vergleich zu Nichtrauchern deines Alters eine schlechtere Ausdauer, also weniger „Puste“ hast. Vielleicht ist dir das aber auch gar nicht bewusst, weil du erhöhte Anstrengungen auf erhöhtes Alter oder Gewicht zurück führst.

Aber du könntest ganz einfach testen, wie viel sich das Rauchen auf deine Fitness auswirkt. Wenn du heute komplett aufhören würdest zu rauchen, dann würdest du schon in 2-3 Wochen merken, dass dir kleine körperliche Anstrengungen wie Treppen steigen, Radfahren, Einkäufe schleppen oder Berge hoch laufen deutlich leichter fallen. Wenn du sogar regelmäßig Sport machst, dann wirst du schon nach kurzer Zeit eine Leistungssteigerung messen können. Mit der Zeit werden deine Ergebnisse immer besser, da sich deine Lunge von Monat zu Monat mehr erholt, Hustenanfälle und Kurzatmigkeit gehen zurück,1 solange du in der Zeit keine einzige Tabakzigarette mehr rauchst (Atemwegserkrankungen).

Warum raubt dir das Rauchen die körperliche Leistungsfähigkeit?

Jahrelanger Konsum von Tabakzigaretten hat immer Auswirkungen auf deine Fitness und du kommst an den Folgen einer geminderten Leistungsfähigkeit nicht vorbei. Das zeigt sich besonders deutlich bei sportlichen Aktivitäten. Jede Zigarette führt direkt nach dem Konsum zu einer Verschlechterung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Das im Tabakrauch enthaltende Kohlenmonoxid bindet sich an das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen, so dass sich die Sauerstoffbindung verschlechtert. Also wird den Organen weniger Sauerstoff zugeführt. Aber gerade beim Sport wird dieser Sauerstoff in ausgeprägter Form benötigt, um Herz und Muskeln zu versorgen. Die Ausdauer sinkt nach dem Rauchen um gut 15%. Auch Passivrauchen wirkt leistungsmindernd.2

Das Rauchen beeinträchtigt also dein Herz und deinen Kreislauf, so dass du mehr Herzschläge aufwenden musst. Das überstrapaziert auf lange Sicht den Herzmuskel und führt dadurch zu einem höheren Herzinfarktrisiko (Herz, Hirn & Kreislauf).3

Außerdem wird durch das Rauchen deine Muskelkraft, Muskelbeweglichkeit, der Aufbau von Muskelmasse und auch deine Reaktionsfähigkeit negativ beeinflusst. Auch der Muskelabbau wird deutlich beschleunigt. Somit kann unter dem Strich festgehalten werden, dass du als Nichtraucher mehr Muskelmasse hättest.4

Hast du als Raucher weniger Lust auf Sport?

Vielleicht hast du das schon an dir bemerkt: Rauchen verringert die Lust sich sportlich zu betätigen. Dies liegt auch insbesondere daran, dass im Vergleich zu Nichtrauchern eine deutlich schlechtere Kondition zur Verfügung steht.5

Langfristig führt Rauchen in vielen Fällen zu Krankheiten wie COPD, die sportliche Aktivitäten deutlich erschweren bis fast unmöglich machen. Abschließend lässt sich sagen: Rauchen und Sport passen einfach nicht zusammen! Aber: Wer aktiv ist bzw. aktiver wird, verliert auch die Lust aufs Rauchen. Körperliche Bewegung (z.B. Spaziergänge oder leichtes Fitnesstraining) ist eine gute Möglichkeit die Lust auf die Tabakzigarette sowie auch auftretende Entzugserscheinungen zu mindern.6

Macht das Rauchen auch etwas mit meinem Kopf?
Ist meine geistige Leistungsfähigkeit ebenfalls beeinträchtigt?
Werde ich langsamer oder vergesslicher im Kopf?

Auch hier lautet die Antwort auf all diese Fragen leider: Ja! Von allen Risiken, die den Herz-Kreislauf betreffen, macht sich die kognitive (geistige) Leistungsfähigkeit durch den Konsum von Tabak am schnellsten bemerkbar.7

Wir alle merken ja ohnehin mit dem Alter, dass wir vergesslicher werden und in manchen Situationen langsamer sind als früher. Doch dass du als Raucher diesen Effekt noch verstärkst, ist dir vielleicht noch gar nicht bekannt:

Die English Longitudinal Study of Ageing (ELSA) konnte bei einer repräsentativen Studie mit 8.780 Probanden feststellen, dass aktive Raucher bei der Messung ihrer geistigen Leistungsfähigkeit sehr deutlich schlechtere Ergebnisse aufwiesen als Nichtraucher.8

Die Gruppe der Raucher konnte sich im Testrahmen zum Kurzzeitgedächtnis die wenigsten Worte merken. Beim Test zum Langzeitgedächtnis konnte ebenfalls eine deutlich schlechtere kognitive Leistungsfähigkeit festgestellt werden. Abschließend wurden die Probanden im Rahmen eines einminütigen, exekutiven Tests (Arbeitsgedächnis) zu einer spontanen Aufzählung von Tierarten gebeten. Auch hier zeigte die Gruppe der Raucher die schlechtesten Ergebnisse.

Alexandru Dregan vom King´s College (London) führt als Fazit auf, dass das Einstellen des Rauchens der wichtigste modifizierbare Risikofaktor ist, um die signifikant abfallende geistige Leistungsfähigkeit im Alter zu begrenzen.9

Quellen

1 American Cancer Society, Kennesaw, 2020
2 Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), 2010
3 Ebenda
4 Ebenda
5 Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention, Bern, 2016
6 Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), 2010
7 English Longitudinal Study of Ageing (ELSA), 2004 bis 2009
8 Ebenda
9 Ebenda

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