Rauchen: Blutdruck, Herz und Schlaganfall

Herzinfarkte, Schlaganfälle und Ausfallerscheinungen durch die sogenannte „Verkalkung“: Bestimmt kennst du Menschen, die deshalb schon das Krankenhaus besuchen mussten. Denn an Position 1 aller Todesursachen in Deutschland mit knapp 260.000 Toten pro Jahr (2020) stehen die Herz-Kreislauf-Erkrankungen.1

Löst zum Beispiel Rauchen Herzrhythmusstörungen aus? Erholt sich das Herz vom Rauchen, wenn man aufhört? Löst Rauchen Schlaganfall aus? Das sind alles Fragen deren Antwort du kennen solltest.

Vielleicht sagst du dir auch, dass es da viele Nichtraucher unter den Erkrankten gibt und dass es uns alle gleichermaßen trifft. Doch der Eindruck täuscht. Denn das Rauchen ist eine der größten Ursachen für diese Krankheiten.

Durch Rauchen Herzinfarkt bekommen?

Rauchen hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit deines Herz-Kreislauf-Systems und ist ein bekannter Risikofaktor für Herzinfarkte. Wenn du rauchst, erhöht sich der Blutdruck, was das Herz zusätzlich belastet. Diese erhöhte Belastung kann zu einer Verengung der Blutgefäße führen, was den Blutfluss zum Herzen einschränkt.

Ein weiteres häufiges Symptom, das Raucher erleben können, ist ein Druck auf der Brust. Dieses Gefühl kann ein Warnsignal sein, dass das Herz nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. In Kombination mit den anderen schädlichen Effekten des Rauchens, wie der Schädigung der Blutgefäße und der Erhöhung des Cholesterinspiegels, steigt das Risiko für einen Herzinfarkt erheblich.

Rauchen Herzinfarkt: Welche Rolle spielen deine Blutgefäße?

Das Rauchen führt zur Verstopfung und Verhärtung der Blutgefäße, wodurch das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen erhöht wird.

Diese Verhärtung der Blutgefäße heißt Arteriosklerose. Im Tabakrauch sind rund 4.800 Schadstoffe enthalten.2 Viele von diesen haben Auswirkungen auf die Blutgefäße. So wird zum Beispiel die Innenwand der Blutgefäße durch Kohlenmonoxid angegriffen. Dadurch können sich die Fettmoleküle des schlechten Cholesterins ablagern. Also steigt dein Cholesterinspiegel!

Außerdem wird deine Herzwandmuskulatur weniger gut mit Sauerstoff versorgt. Die Muskelzellen produzieren Fasern aus Bindegewebe, welche zusammen mit den Fettmolekülen sogenannte „Plaques“ bilden. Das behindert den Blutfluss. Grundsätzlich werden auch die Bluteigenschaften durch die Schadstoffe im Rauch negativ verändert. Das Blut wird zähflüssiger und die Gefahr von Blutgerinnseln erhöht sich.

Wenn Du mit dem Rauchen aufhörst, kannst Du Schäden an den Blutgefäßen rückgängig machen. Untersuchung am Dubliner Trinity College in Irland ergaben, dass die Blutgefäße umso weniger verstopft waren, je länger der Rauchstopp zurück lag.3 Und die gute Nachricht für dich: Nach 10 Jahren der Rauchentwöhnung wird sich die Elastizität der Gefäße wieder soweit verbessert haben, dass du das Niveau eines Nichtrauchers vergleichbaren Alters erreichst!

Raucher-Herz: Wie steigert sich dein Risiko von Herzerkrankungen?

Du wirst es nicht hören wollen, doch schon eine Tabakzigarette pro Tag verdoppelt das Risiko einer Herzkrankheit! Als Folge der oben beschriebenen Veränderungen der Blutgefäße sterben jährlich in Deutschland rund 40.000 Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Damit sind hier nur die gemeint, die auf den Tabakkonsum zurück zu führen sind.4

Durch Rauchen Schlaganfall bekommen?

Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung von Schlaganfällen. Die schädlichen Substanzen im Zigarettenrauch können deine Blutgefäße schädigen und zu einer Verengung der Arterien führen, was die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigt. Diese Veränderungen erhöhen dein Risiko für sowohl ischämische als auch hämorrhagische Schlaganfälle.

Ein ischämischer Schlaganfall tritt auf, wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn blockiert, während ein hämorrhagischer Schlaganfall durch das Platzen eines Blutgefäßes verursacht wird. Rauchen fördert die Bildung von Blutgerinnseln und erhöht den Blutdruck, was beide Arten von Schlaganfällen begünstigt. Zudem kann Rauchen die Fähigkeit deines Körpers beeinträchtigen, Cholesterin abzubauen, was zu Ablagerungen in den Arterien führt.

Die Auswirkungen des Rauchens auf das Herz-Kreislauf-System sind weitreichend und können zu einer erhöhten Anfälligkeit für Schlaganfälle führen. Studien zeigen, dass du als Raucher ein signifikant höheres Risiko hast, einen Schlaganfall zu erleiden, als Nichtraucher. Darüber hinaus kann das Aufhören mit dem Rauchen das Risiko für Schlaganfälle erheblich senken und die allgemeine Gesundheit verbessern.

Rauchen-Schlaganfall: Wie steigert sich dein Risiko?

Auch hier ist die Gefahr für dich als Raucher viel größer: aus diversen Studien ergibt sich, dass Raucher gegenüber Nichtrauchern ein doppelt so hohes Schlaganfall-Risiko tragen.5

Der Schlaganfall ist an Position 3 der Todesursachen in Deutschland. Er ist an Position 1 der Gründe für bleibende Behinderungen wie Lähmungen, Sprachprobleme oder Konzentrationsverlust.

Bereits wenige Tabakzigaretten pro Tag erhöhen das Risiko auf einen Schlaganfall erheblich.

Erholt sich das Herz vom Rauchen?

Das Herz ist ein bemerkenswertes Organ, das sich nach dem Rauchen aufhören erheblich erholen kann. Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Herzkrankheiten wie Herzinfarkt und auch Schlaganfälle, da es die Durchblutung beeinträchtigt und Entzündungen fördert. Doch die gute Nachricht ist, dass der Körper, einschließlich des Herzens, die Fähigkeit zur Regeneration besitzt.

Bereits nach wenigen Stunden ohne Zigaretten beginnen sich die positiven Effekte bemerkbar zu machen. Dein Blutdruck und die Herzfrequenz normalisieren sich, und der Sauerstoffgehalt im Blut steigt. Nach einigen Wochen ohne Rauchen verbessert sich deine Durchblutung, und das Risiko für Herzinfarkte sinkt signifikant.

Die Erholung des Herzens hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Dauer und Intensität des Rauchens sowie der allgemeine Lebensstil. Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Selbst nach vielen Jahren des Rauchens kann das Herz von den positiven Veränderungen profitieren. Die Entscheidung, das Rauchen aufzugeben, ist ein entscheidender Schritt zu einem gesünderen Leben und kann die Lebensqualität erheblich verbessern. Letztendlich zeigt sich, dass das Herz, wenn es die Chance bekommt, sich zu erholen, eine bemerkenswerte Fähigkeit zur Regeneration besitzt.

Rauchen-Herzinfarkt: Wie kannst du dein Risiko wieder senken?

Ganz klar: Du hörst mit dem Rauchen auf! Grundsätzlich macht es großen Sinn, um der Herzinfarkt-Gefahr vorzubeugen. Wenn du aber schon Arterien-Verkalkung hast, vielleicht einen Stent gelegt bekommen hast oder sogar bereits einen Herzinfarkt erleiden musstest: Dann solltest Du unbedingt sofort mit dem Rauchen aufhören. Denn so kannst Du am besten einem (erneuten) Herzinfarkt vorbeugen – dein Risiko wird dann zügig um bis zu 50% gesenkt, nach 2 Jahren hast du im Vergleich zu einem Nichtraucher deines Alters kein erhöhtes Risiko mehr.6

Wenn du Unterstützung beim Rauchstopp suchst, nimm noch heute Kontakt mit uns auf, um einen kostenlosen Beratungstermin bei uns zu vereinbaren. Du erreichst uns jederzeit telefonisch, per E-Mail oder kannst bequem über unseren Kalender einen Termin mit einem unserer Berater vereinbaren

Quellen

1 Statistisches Bundesamt, Wiesbaden (2020)
2 Deutsche Lungenstiftung e.V.
3 Dubliner Trinity College in Irland, unter der Führung von Noor Jatoi
4 Statistisches Bundesamt, Zweigstelle Bonn (2020)
5 Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
6 Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

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