Auf der Seite Methoden der Rauchentwöhnung haben wir die unterschiedlichen Methoden nicht nur vorgestellt, sondern teilweise auch unsere Meinung und Empfehlungen dazu verdeutlicht.
Diese Meinung haben wir zum einen gebildet aus eigenen Erfahrungen unserer Arbeit der letzten Jahre. Zum anderen sind aber auch Erkenntnisse aus weltweiten Studienergebnissen mit eingeflossen.
Im Folgenden stellen wir dir zu jeder Methode die zugrunde liegenden Studien vor. Wichtig ist zu wissen, dass es zu jedem Thema dieser Welt unzählige Studien gibt. Bei jeder Studie musst du genau drauf achten, wer Auftraggeber oder Finanzierer war, mit welchen persönlichen Motiven. Darüber hinaus gibt es oftmals methodische oder systematische Fehler.
Deswegen stellen wir hier zum einen nur die aussagekräftigsten und transparentesten Studien dar, oder Sammelbeurteilungen mehrerer Studien. Bei den Studien mit methodischen Fehlern weisen wir dich auf die Problematiken hin, damit du dir selbst ein Bild von der Wertigkeit der Studie machen kannst.
Das Hauptkriterium für die Auswahl der Studien war im Wesentlichen die Erfolgsquoten nach 4 Wochen oder -wenn vorhanden- nach 6 oder 12 Monaten. Bei der E-Zigarette haben wir festgestellt, dass in den letzten Jahren sehr viele Fehlinformationen in den Medien veröffentlich wurden. Deswegen haben wir hier die dazu meist entkräftenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zusätzlich recherchiert.
- Übersicht
- Akupunktur
- App
- E-Zigarette
- Hypnose
- Medikamente
- Nikotinersatzprodukte
- Verhaltenstherapie

Welchen Erfolg habe ich beim Rauchen aufhören mit Akupunktur?
https://www.medizin-transparent.at/mit-akupunktur-zum-nichtraucher/#zitat1
Laut Auswertung von insgesamt 33 Studien zur Wirksamkeit der Akupunktur bei der Rauchentwöhnung, zeigte sich 6 bis 12 Monate nach Beendigung der Behandlung keine höhere Erfolgsrate als ohne Behandlung oder mit Scheinakupunktur (Einstiche an Nicht-Akupunktur-Stellen) .
38 Studien wurden hier ausgewertet: Es konnte keine eindeutige Evidenz dafür gefunden werden, dass Akupunktur oder ähnliche Techniken erfolgreich rauchfrei machen.
Es sei nicht zu belegen, dass der Erfolg einer Akupunktur über den Erfolg einer Placebo-Behandlung hinaus geht.
https://www.karger.com/Article/Pdf/77190
In einem Zeitraum von 1985 bis 1998 wurden Fragebögen von Patienten ausgewertet, die sich in einer Schweizer Praxis in Aarau einer Ohrakupunktur unterzogen hatten. Ziel dieser Akupunktur war eine erfolgreiche Rauchentwöhnung. Die daraus abgeleiteten Ergebnisse zeigten, dass nach einem Jahr 41,1% rauchfrei waren. Auffällig war hierbei, dass Frauen mehr zum Rückfall tendierten und all jenen Personen, die aus Stressbewältigung und Nervosität rauchten, es erkennbar schwerer fiel aufzuhören.
Studien-Check:
Hier sollte kritisiert werden, dass die wirkliche Rauchfreiheit nur durch einen Fragebogen verifiziert wurde, nicht durch Kohlenmonoxid-Test. Der Fragebogen zum Erfolg der Methode wurde in 1998 verschickt, er betraf Patienten aus den Jahren 1985 – 1998. Es bleibt unklar, was die Teilnehmer in der Zwischenzeit an zusätzlichen Maßnahmen zur Rauchentwöhnung vollzogen.
Welchen Erfolg habe ich beim Rauchen aufhören mit einer App?
Im Oktober 2018 wurden 26 Studien mit insgesamt über 33.000 Teilnehmern ausgewertet, die Textnachrichten oder Handy-Apps als Hilfe zur Rauchentwöhnung verwendeten. Die Textnachrichten-Dienste konnten die Entwöhnungsraten um 50 bis 60 % steigern, wenn diese ergänzend zu konventionellen Rauchentwöhnungsmethoden versendet wurden. Über die Wirkung von Handy-Apps liegen noch keine validen Ergebnisse vor.
Wie aber bereits andere Studien widerspiegeln, fördern zwischenmenschliche Interaktionen und Kontroll- bzw. Erinnerungsfunktionen die Rauchentwöhnung.
https://www.siegener-zeitung.de/siegen/c-lokales/per-app-zum-nichtraucher_a240849
Die Universität Siegen hat eine App zur Rauchentwöhnung entwickelt und führt dazu eine Studie durch. Die Teilnehmer haben ihren Zigarettenkonsum durchschnittlich halbiert und ungefähr 30% haben ganz aufgehört. 70% der Probanden blieben weiterhin Raucher, aber reduzierten ihren Zigarettenkonsum. Die Studie läuft noch.
Studien-Check:
Die Zeiträume der Rauchabstinenz sind nicht geschildert. Ob es sich um den kurzfristigen Rauchstopp nach 4 Wochen handelt oder eine nachhaltige Entwöhnung von ein oder drei Jahren, wird nicht beschrieben. Auch hier wurde der Rauchstopp nicht durch Testverfahren verifiziert.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/116753/Apps-helfen-beim-Rauchstop
In einer Studie aus Seattle, die 2 Apps mit unterschiedlichen Ansätzen verglich, schafften es laut der Publikation im JAMA Internal Medicine (2020) mehr als 20% der Teilnehmer, nach einem Jahr auf das Rauchen zu verzichten.
Inhalt der App-Lektionen ist neben den Informationen zur Sucht das Arbeiten an sich selbst und das Bewusstwerden der eigenen Handlungen und Sucht. Die parallele Nutzung von Nikotinersatz-produkten und anderen Hilfsmitteln zur Rauchentwöhnung war weder ausgeschlossen oder messbar.
Erkenntnisse aus diesen Studien zum übergeordneten Thema:
Eine App kann grundsätzlich einen unterstützenden und positiven Einfluss auf den Entwöhnungsprozess nehmen.


Welchen Erfolg habe ich beim Rauchen aufhören mit der E-Zigarette?
Bei unserer Recherche ist uns aufgefallen: Bei keiner anderen der Rauchentwöhnungs-Methoden war solch eine Vielzahl an Studien wie zum Thema E-Zigaretten zu finden. Der folgende Überblick spiegelt wider:
Aufgrund vieler Falschmeldungen in den Medien zu den Themen Gesundheit und Schadstoffe im Verdampfer skizzieren wir hier ebenfalls die entkräftende wissenschaftliche Studienlage.
https://www.aponet.de/artikel/e-zigaretten-koennen-beim-rauchstopp-helfen-24440
https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/add.15628
Eine klinische Studie der Queen Mary Universität London vergleicht den Erfolg von 135 Rauchern, die bereitwillig mit dem Rauchen aufhören wollten. Diese wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine mit Nikotin-Ersatzprodukt nach Wahl (8-Wochenvorrat) und eine mit E-Zigaretten-Starterset. Die Gruppen wurden mit minimaler Verhaltensunterstützung begleitet. Die Angaben von Teilnehmern, die angaben, dass sie nach 6 Monaten mit dem Rauchen aufgehört oder ihren täglichen Zigarettenkonsum um mindestens 50 % reduziert hatten, wurden mit einer Kohlenmonoxid-Messung verifiziert. Die Quote bei der Reduktion lag bei 26,5 % bei der E-Zigarette sowie 6,0% bei den Ersatzprodukten. Ganz aufgehört hatten 19,1 % mit dem elektronischen Verdampfer, hingegen nur 3,0 % bei der Gruppe mit Nikotinersatzprodukt.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33170240/
In Kanada wurde von November 2016 bis September 2019 eine klinische Studie mit 376 Teilnehmern durchgeführt. Diese wurden in drei Gruppen eingeteilt: In einer Gruppe wurden nikotinhaltige Liquids mit den E-Zigaretten verdampft, in der zweiten Gruppe waren die Liquids nikotinfrei und die dritte Gruppe bekam keinen Verdampfer. Alle drei Gruppen wurden beratend unterstützt.
Die nikotinhaltige Gruppe hatte mit 21,9 % die höchste Rauchstopp-Rate nach 12 Wochen. Nach 24 Wochen betrug die Quote 17,2 %. Bei der nikotinfreien Gruppe lag die Quote nach 12 W. bei 17,3 % und nach 24 Wochen bei 20,5 %. Die Gruppe ohne elektronischen Verdampfer hatte Rauchstopp Quote von 9,1 % nach 12 sowie 9,9 % nach 24 Wochen.
Studien-Check:
Positiv ist, dass die Ergebnisse durch Kohlenmonoxid-Testung validiert wurden. Allerdings weist die Studie methodische Mängel auf, da bei fehlender Rückmeldung/Testung unterstellt wurde, dass der Teilnehmer wieder raucht. Das kann sowohl zu Verzerrungen der Langzeit-Quoten hinsichtlich Nikotin ja/nein führen, zeigt aber auch, dass die tatsächlichen Erfolgsquoten sogar höher liegen könnten.
https://academic.oup.com/ntr/article/22/5/728/5531618?login=true
In einer großen Längsschnitt- und Langzeitstudie in den USA wurden Raucher beobachtet, die zusätzlich die E-Zigarette nutzen. Unterschieden wurde hierbei in gelegentlichen, seltenen, häufigen und täglichen Gebrauch.
Es zeigte sich, dass die Wahrscheinlichkeit, ganz mit der Tabakzigarette aufzuhören, stieg, umso häufiger die E-Zigarette genutzt wurde.
Ergebnis: Dampfen kann die Wahrscheinlichkeit einer Tabak-Abstinenz um 77 Prozent erhöhen.
Studien-Check:
Die Ergebnisse wurden nur durch Befragung, nicht durch Kohlenmonoxid-Testung validiert. Aufgrund des langen Beobachtungszeitraums ist auch unklar, ob zusätzlich andere Methoden oder Einflüsse gegeben waren. Dennoch ist der Zusammenhang zwischen täglichem E-Zigarettenkonsum und anschießender Abstinenz von der Tabakzigarette deutlich erkennbar.
Empfehlung des britischen Gesundheitsministeriums
In Großbritannien gibt es in jeder Region sogenannte „Stop smoking Services“, also Institutionen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Raucher zu Nichtrauchern zu machen. Diese nutzen sämtliche Methoden der Rauchentwöhnung.
Das folgende Dokument ist eine Empfehlung des Gesundheitsministeriums an die Dienste, das Mittel „E-Zigarette zur Rauchentwöhnung“ noch intensiver zu nutzen, weil es sich von allen Methoden als erfolgreichstes herauskristallisiert hat:
https://www.ncsct.co.uk/usr/pub/NCSCT%20service%20guidance%20on%20e-cigarettes.pdf
Deutsche Übersetzung (mit Google-translate übersetzt)
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Die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst:
- E-Zigaretten sind das beliebteste Mittel zur Rauchentwöhnung in England
- Es gibt 2,7 bis 2,8 Millionen erwachsene E-Zigaretten-Nutzer. Von denen geben rund 51% an, dass sie dadurch das Rauchen von Tabakzigaretten komplett aufgegeben haben, weitere 45% geben an, dass ihr Ziel ist, durch die E-Zigarette komplett mit der Tabakzigarette aufhören zu wollen.
- Bei dem Entwöhnungsdienst in Leicestershire wird mit 42% von allen Diensten am meisten die E-Zigarette zur Entwöhnung eingesetzt. Leicestershire hat mit einer 4-Wochen-Erfolgsrate von 68% über alle Methoden insgesamt mit die beste Quote in England.
- Die Raucherentwöhnungsraten mit einer E-Zigarette waren in allen Regionen Englands höher als bei jeder anderen Methode. Diese reichten von 49% im Südwesten bis 78% in Yorkshire und Humber.
Studien-Check:
Es handelt sich nicht um eine klinische Studie, sondern um Beobachtungsdaten, die für eine Empfehlung der Regierung genutzt werden. Ob parallel weitere Produkte oder Medikamente verwendet wurden, ist nicht ausschließbar. Grundsätzlich ist Englands Gesundheitspolitik auffällig „pro“ E-Zigarette. Ob dort ähnliche Lobbyarbeit für die E-Zigarette geleistet wird, wie in Deutschland genau dagegen, kann nicht beurteilt werden.
E-Zigaretten-Studien: Betrachtungsaspekt Gesundheit
https://www.nature.com/articles/s41598-017-14043-2
In einer Langzeitstudie (3,5 Jahre) wurden E-Zigaretten-Nutzer, beobachtet, die zuvor niemals Tabakzigarette geraucht haben. Deren gesundheitliche Entwicklung wurde verglichen mit einer Gruppe von Probanden, die gar nichts konsumieren.
Bei den E-Zigaretten-Nutzern zeigten sich keinerlei Anzeichen auf gesundheitliche Beeinträchtigungen trotz teilweise starken Konsums. Es fanden intensive gesundheitliche Tests statt. Im Vergleich zur Kontrollgruppe gab es keine Unterschiede bei der Entwicklung von Körpergewicht, Blutdruck, Herzfrequenz, Lungenvolumen, Atemwegssymptomen und Lungenfunktionen.
https://www.karger.com/Article/FullText/360220
Ein unabhängiges internationales Expertengremium hat die Schädlichkeit von nikotinhaltigen Produkten verglichen. Als gefährlichstes Produkt wird die Tabakzigarette mit einem Index-Wert von 100 belegt. Im Vergleich dazu liegt die E-Zigarette bei 4%, kann also als 96% weniger schädlich angenommen werden.
Dies deckt sich mit vielen anderen Studien, bei der die E-Zigarette im Vergleich zum Rauchen meistens mit 95% bis 99% weniger Gesundheitsrisiko beziffert wird.
COPD
Ein Forscher der Universität Catania 2020 hat in einer 5-Jahres-Studie festgestellt, dass der Wechsel vom Rauchen zum Dampfen die Gesundheit der Atemwege verbessert und die erzielten Verbesserungen langfristig bestehen bleiben können. Ein Teil der Schäden, die durch Tabakrauchen bei COPD-Patienten entstanden sind, können so abgeschwächt werden.
„Die Ergebnisse dieser Studie sind wertvoll, da viele COPD-Patienten trotz ihrer Symptome wenig Interesse daran zeigen, Zigaretten aufzugeben oder zu reduzieren. Der Wechsel zu viel weniger schädlichen Ersatzstoffen kann das Leiden vieler Patienten begrenzen, indem ein Teil der ansonsten unvermeidlichen Belastung durch Atemwegsmorbidität und Mortalität, die durch Zigarettenrauchen verursacht wird, verringert wird. Ärzte, die für den rauchenden Patienten mit COPD verantwortlich sind, sollten alle verfügbaren Optionen in Betracht ziehen und sich für diejenigen entscheiden, die die größte Wahrscheinlichkeit bieten, die Exposition gegenüber Tabakrauch zu stoppen, einschließlich E-Zigaretten.“
Diese Studie befasst sich mit den physikalischen Eigenschaften vom Dampf der E-Zigarette im Vergleich zum Rauch der Tabakzigarette. Die Partikelkonzentration des Dampfes sinkt innerhalb von Sekunden auf den normalen Umgebungswert. Beim Rauch aus der Tabakzigarette steigt die Konzentration von Zug zu Zug weiter an. Erst nach längerer Zeit pendelt sie sich wieder auf den Umgebungswert ein.
Es kann also angenommen werden, dass beim Dampf aus der E-Zigarette keine Gefährdung für Dritte vorliegt.
Welchen Erfolg habe ich beim Rauchen aufhören mit Hypnose?
https://online.medunigraz.at/mug_online/wbAbs.showThesis?pThesisNr=16216&pOrgNr=1&pPersNr=51533
Die durchschnittliche Erfolgsrate für eine Rauch-Abstinenz durch Hypnose ist mit ungefähr 25% nicht höher als der Mittelwert anderer Methoden. Bessere Ergebnisse werden nur erzielt, wenn Hypnose 6 bis 12 Monate angewendet wird. Nur bei suggestiblen Menschen bestehen längerfristige Abstinenzraten von über 50%.
https://www.medizin-transparent.at/mit-hypnose-zum-nichtraucher/
In Studien schneidet die Hypnose-Therapie kaum besser ab als eine Scheintherapie (Placebo-Behandlung). Insgesamt gibt es also keinen Hinweis auf einen stärkeren Effekt der Hypnose-Therapie im Vergleich mit Verhaltenstherapie oder anderen gängigen Methoden.
https://www.meg-hypnose.de/fileadmin/meg-hypnose/pdf/Studien_zur_Effektivitaet.pdf
Hypnotherapie und Rauchen I. Heumann & Schmidt (1998)
Experimentalgruppe: Nach 4 Wochen waren 55% der Teilnehmer abstinent, nach 12 Wochen waren es 65%. Es erfolgten 4 Hypnosesitzungen innerhalb der ersten 4 Wochen, also wöchentlich eine. Die Teilnehmer der Studie wurden durch eine Zeitungsannonce gesucht.
Studien-Check:
Diese Studie hat also ein deutlich besseres Ergebnis als weiter oben beschrieben. Allerdings gibt es hier eine Vielzahl methodischer Mängel: Die Anzahl der Teilnehmer war sehr gering, die Leute haben sich aufgrund von Affinität zur Hypnose freiwillig gemeldet und vor allem: Das Ergebnis nach 12 Wochen wurde durch Befragung, nicht durch Kohlenmonoxid-Test festgestellt.
Raucher-Entwöhnung mit Hypnotherapie: Langzeit-Katamnese zur Wirksamkeit
Cornelie Schweizer & Dirk Revenstorf
Bei dieser Studie wurden knapp 150 Teilnehmer auf 3 Gruppen verteilt. In einer Gruppe wurde Hypnose in Einzeltherapie durchgeführt, in der 2. Gruppe war es Gruppentherapie und die 3. Gruppe erhielt eine Minimaltherapie ganz ohne Hypnose (nur Nikotinpflaster). Auch die beiden Hypnosegruppen konnten zusätzlich Nikotinpflaster verwenden. Die Rekrutierung der Teilnehmer erfolgte ebenfalls durch Zeitungsannoncen. Auf Anfrage wurden Informationsbriefe versandt, in denen Art, Dauer und Kosten der Behandlung genau beschrieben wurden.
In der Einzeltherapie waren nach 3 Monaten 48% der Teilnehmer rauchfrei, nach 12 Monaten noch 22%. In der Gruppentherapie waren nach 3 Monaten 65% rauchfrei, nach 12 Monaten noch 45%. In der vergleichenden Minimaltherapie waren es 21% nach 3 Monaten und 16% nach 12 Monaten.
Studien-Check:
Auch in dieser Studie ist der größte Kritikpunkt, dass die Rauchabstinenz durch einfache Befragung der Teilnehmer und nicht durch Atem-Tests o.ä. durchgeführt wurde. Allein die Anzahl der nach 3 Monaten vermeintlich Abstinenten in der Minimaltherapie liegt über der Erfolgsquote von anderen Nikotinpflaster-Studien, deren Ergebnisse verifizierter sind (s.u.). Daraus ist zu schließen, dass Menschen, die an einer Maßnahme teilnehmen und dann im Anschluss nach dem Erfolg gefragt werden, nicht zwingend ehrlich sind. Die Anzahl der Teilnehmer pro Gruppe war ebenfalls sehr klein und außerdem ist nicht klar, wie viele Teilnehmer zusätzlich Nikotinpflaster benutzt haben.
Wirkt sich Begleitung, aktive Unterstützung oder Gruppendynamik positiv auf das Rauchen aufhören aus?
In jedem Fall ist aber hervorzuheben, dass innerhalb der Studie das beste Ergebnis durch die Gruppentherapie erzielt wurde. Begleitete Maßnahmen und Gruppendynamik scheinen die Erfolgsquote sämtlicher Methoden positiv zu verändern, was im Folgenden auch bei anderen Methoden immer wieder beobachtet wurde.


Welchen Erfolg habe ich beim Rauchen aufhören mit Medikamenten?
https://www.gesundheitsinformation.de/medikamente-zur-raucherentwoehnung.html
Eine Gruppe britischer Wissenschaftler der Cochrane Collaboration hat Studien zur Tabakentwöhnung mit Bupropion systematisch ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass Bupropion etwa 7 von 100 Personen zum erfolgreichen Rauchstopp verhilft.
Weitere Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben die beiden Medikamente Vareniclin und Bupropion, miteinander verglichen. Der Zeitraum betrug 6-12 Monate. Die Daten stammen aus fünf Studien mit insgesamt 5877 Teilnehmer aus dem internationalen Raum. Hier hat Bupropion eine Erfolgsrate von 17%, während Vareniclin auf 23% kommt.
https://www.der-arzneimittelbrief.de/de/Artikel.aspx?SN=5641
Laut einer weiteren Bupropion-Studie aus den USA, mit Teilnehmern die das klare Ziel hatten, mit dem Rauchen aufzuhören, waren 16% der Teilnehmer nach 6 Monaten abstinent. In der Vergleichsgruppe, wo die Teilnehmer Placebos bekamen, waren es 9%. Fast bei der Hälfte der Probanden traten Nebenwirkungen auf. 27% dieser Gruppe beendeten die Teilnahme deshalb vorzeitig.
https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/211005
Die Behandlung wurde aufgrund von Nebenwirkungen von 10,5 % der Teilnehmer in der Vareniclin-Gruppe, 12,6 % in der Bupropion-SR-Gruppe und 7,3 % in der Placebo-Gruppe abgebrochen. Die häufigste Nebenwirkung von Vareniclin war Übelkeit, die bei 101 Teilnehmern (29,4 %) auftrat.
Vareniclin kann eine wirksame Pharmakotherapie zur Raucherentwöhnung sein. Die kurz- und langfristige Wirksamkeit von Vareniclin übertraf die von Placebo und Bupropion.
Erkenntnisse aus diesen Studien zum übergeordneten Thema:
Beim Thema Medikamente zur Rauchentwöhnung ist wie bei jedem Medikament das Thema Nebenwirkungen abzuwägen. Die Studien zeigen, dass Vareniclin bei den Testpersonen und Befragten bessere Erfolge erzielen konnte.
Da beide Medikamente verschreibungspflichtig sind, sollte eine Rauchentwöhnung mit Medikamenten unter ärztlicher Begleitung geschehen.
Ob es grundsätzlich eine Empfehlung wert ist, ist eine Typ-Frage und sollte in einem persönlichen Beratungsgespräch zu klären sein. Festzuhalten bleibt, dass beide Medikamente ähnliche Erfolge erzielen wie andere Entwöhnungsmethoden, bei denen man nicht mögliche Risiken Nebenwirkungen abwägen muss.
Welchen Erfolg habe ich beim Rauchen aufhören mit Nikotinersatzprodukten?
Können Nikotinpflaster und Co. bei der Rauchentwöhnung helfen? (stiftung-gesundheitswissen.de)
Nach Auswertung von 133 Studien aus den USA und aus Europa mit insgesamt 64.640 Teilnehmenden, die das Rauchen mit Hilfe von Nikotinersatzprodukten aufgeben wollten, kommt man zu dem Ergebnis, dass 16 von 100 Personen nach zwölf Monaten nicht mehr rauchten. Betrachtet man die Kontrollgruppe ohne Nikotinersatzprodukte, so gelang hierbei 11% der Rauchstopp.
https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD013308/full
Wissenschaftler des Forschernetzwerks Cochrane Collaboration werteten 63 Studien mit rund 41.000 ausstiegswilligen Rauchern aus. Das Ergebnis: Verwenden die Probanden zeitgleich sowohl Nikotinpflaster als auch ein anderes Nikotinersatzprodukt (z.B. Nikotinkaugummi) erhöht sich ihre Chance, mit dem Rauchen aufzuhören, um 15 bis 36%.
Aussagen darüber, wie viel Prozent der Raucher es überhaupt schaffen, durch Nikotinersatzprodukte mit dem Rauchen aufzuhören, trifft die Auswertung nicht.


Welchen Erfolg habe ich beim Rauchen aufhören mit einer Verhaltenstherapie?
Außer Link Studie auch als PDF im Laufwerk gespeichert
Das Institut für Therapieforschung aus München hat die Daten von gut 4.000 Personen ausgewertet, die in 666 verschiedenen Kursen (alle nach dem sog. „Rauchfrei-Programm“) bei insgesamt 357 verschiedenen Trainern das Rauchen aufgeben wollten. Bei Kursende lag die Abstinenzquote bei 60,9%. Nach einem Jahr wurden stichprobenartig 1.319 der Teilnehmer deutschlandweit befragt. Laut Auswertung betrug die Abstinenzquote noch bei 31,8%.
Den Teilnehmern wurde freigestellt, zusätzlich Nikotinersatzprodukte/Medikamente zu nutzen. Es zeigte sich kein zusätzlicher Effekt auf den Behandlungserfolg.
Studien-Check:
Auch bei dieser Studie wurde die Rauchfreiheit nur durch einfache Befragung verifiziert, nicht durch Kohlenmonoxid-Test. Grundsätzlich gilt diese Verifizierungsmethode als ungenau, weil Befragte aus Scham teilweise nicht zugegeben, dass sie rückfällig geworden sind.
Wirkt sich Begleitung, aktive Unterstützung oder Gruppendynamik positiv auf das Rauchen aufhören aus?
Ja. Der Kern des untersuchten Programms basiert auf Gruppentherapie.
Welche Parameter haben Einfluss auf die Erfolgsquoten?
- Bei der langfristigen Abstinenz war die Erfolgsquote der Männer rund 6% besser als die der Frauen
- Je älter die Teilnehmer waren, desto höher war die Erfolgsquote
- Familienstand hat einen bedeutsamen Einfluss: Wer alleine lebt, hat höhere Rückfallquoten.
- Wer besonders viel geraucht hat, wird eher wieder rückfällig.
- Bildung, Erwerbstätigkeit und zusätzliche Medikamenteneinnahme während der Maßnahme haben keinen signifikanten Einfluss auf die langfristigen Erfolgsquoten
https://www.aerzteinitiative.at/Betriebsseminare06.pdf
Im Jahr 2006 wurden im Rahmen einer Studie in Österreich Gruppenmaßnahmen am Arbeitsplatz aus den Vorjahren ausgewertet. Alle Seminare wurden nach der gleichen Rauchentwöhnungs-Methode durchgeführt. Die Teilnehmer im ersten Auswertungslauf hatten eine langfristige Erfolgsrate von 40%, beim zweiten Auswertungslauf waren es 51%.
Beim 2. Auswertungslauf wurden Teilnehmer 3-5 Jahre nach ihrem Seminar zum aktuellen Raucher-/ Nichtraucherstatus befragt. Diese Angaben wurden stichprobenartig durch Urintest überprüft. Der Wahrheitsgehalt war hoch.
Studien-Check:
Die langfristigen Erfolgsquoten sind sehr gut. Unklar bleibt, ob die Teilnehmer – gerade wenn zwischen der Rauchentwöhnungsmaßnahme und der Befragung zum aktuellen Raucherstatus 3 bis 5 Jahre lagen – Rückfälle und weitere/ neue Motivationen sowie andere Rauchentwöhnungsmaßnahmen stattfanden.
Wirkt sich Begleitung, aktive Unterstützung oder Gruppendynamik positiv auf das Rauchen aufhören aus?
Ja. Auch hier basiert der Kern der untersuchten Maßnahmen ausschließlich auf Gruppentherapie. Besonders hervorzuheben ist, dass es sich nicht um zufällige Gruppen handelt, sondern um Maßnahmen in Betrieben, wo sich die Arbeitnehmer vermutlich größtenteils kannten. Der während und nach dem Seminar zu vermutende Gruppendruck erklärt die sehr hohen langfristigen Erfolgsquoten.
https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD001007.pub3/full
2016 wurden durch die Universität Oxford viele verschiedene Studien mit insgesamt über 1000 Teilnehmer ausgewertet. Es ging immer um verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Verglichen wurde der Erfolg von Gruppentherapie im Vergleich zur Einzeltherapie.
17 von 100 Rauchern, die eine verhaltenstherapeutisch orientierte Gruppentherapie erhalten hatten, waren nach sechs oder zwölf Monaten noch rauchfrei. Also eine Erfolgsquote von 17%.
Ohne Gruppentherapie waren es 7 von 100 Rauchern
Wirkt sich Begleitung, aktive Unterstützung oder Gruppendynamik positiv auf das Rauchen aufhören aus?
Diese Auswertung zeigt uns auch, dass Gruppentherapie grundsätzlich besser funktioniert, als eine Einzeltherapie.
