Was ist Passivrauchen?

Passivrauchen, auch als sekundäres Rauchen bekannt, bezeichnet die ungewollte Aufnahme von Tabakrauch durch Nichtraucher, die sich in der Nähe von Rauchern aufhalten. Diese Form des Rauchens ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, das oft unterschätzt wird. Die Gefahren des Passivrauchens betreffen nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder, Tiere und schwangere Frauen, die besonders anfällig für die schädlichen Auswirkungen sind. Laut der deutschen Lungenstiftung e.V. nehmen die Personen in deiner Umgebung als Passivraucher innerhalb von einer Stunde genau so viel Giftstoffe zu sich, als würden sie selbst eine Zigarette rauchen.1

Dabei unterscheidet man zwei Arten von Rauch.

Zum einen gibt es den Hauptstrom: Als Raucher erzeugst du diesen direkt durch das Ausatmen nach der Inhalation. Dann gibt es noch den Nebenstrom: Dieser entsteht allein durch die glimmende Zigarette zwischen deinen Zügen. Die Gefahr durch den Nebenstrom ist beim Passivrauchen sogar deutlich höher,2 weil er nicht deinen Körper durchläuft, der viele Giftstoffe bei sich behält. Fast 5.000 chemische Stoffe sind in beiden Strömen enthalten. Knapp 90 davon sind nachweislich krebserregend für dich und dein Umfeld.3 Dabei unterscheidet sich die chemische Konzentration der beiden Raucharten sehr stark voneinander, obwohl die Zusammensetzung fast identisch ist. Es entstehen zum Teil 100-mal höhere Konzentrationen an krebserregenden und gesundheitsschädlichen Substanzen1, auch weil die Temperatur beim Glimmen geringer ist als beim Zigarettenzug.


Im Tabakrauch ist die chemische Zusammensetzung sehr vielschichtig. Sie enthält über 7.000 verschiedene Inhaltsstoffe, von denen viele giftig sind. Dazu gehören krebserregende Substanzen wie Benzol, Formaldehyd und Arsen. Wenn Nichtraucher deinen Tabakrauch einatmen, setzt du sie kann. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Passivrauchen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und verschiedene Krebsarten, vor allem Lungenkrebs, erhöht.

Passivrauchen: Symptome bei Nichtrauchern

Die Nichtraucher in deiner Umgebung spüren das Passivrauchen direkt, wenn du eine oder sogar mehrere Zigaretten rauchst durch

  • Kopfschmerzen
  • Augenreizungen, also gerötete, brennende oder tränende Augen
  • Gereizte Nasenschleimhäute, Schnupfen
  • Halsschmerzen, Husten

Passivrauchen bei Kindern

Vor allem Kinder sind stark gefährdet, da sie durch Passivrauchen in ihrer Entwicklung eingeschränkt werden können. Für die Zeit des Passivrauchens und die nachfolgenden Jahre steigt auch bei ihnen das Risiko für Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen. Dazu sind sie anfälliger für Atemwegserkrankungen wie Asthma, Bronchitis und Lungenentzündungen, da ihr Entgiftungssystem weniger effektiv arbeitet als das eines Erwachsenen. Und das während der ganzen Kindheit. Zusätzlich kann sich das Risiko für plötzlichen Kindstod (SIDS) bei Säuglingen und Kleinkindern durch Passivrauchen erhöhen.

Passivrauchen – Schwangerschaft kann gefährdet sein

Schwangere Frauen, die deinem Tabakrauch ausgesetzt sind, haben ein höheres Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und ein niedriges Geburtsgewicht ihrer Kinder. Die schädlichen Inhaltstoffe im Rauch können auch die Entwicklung des Fötus im Mutterleib einschränken.

Ein weiterer Aspekt der Gefahren des Passivrauchens ist die soziale Dimension. In vielen Ländern gibt es mittlerweile strenge Gesetze, die das Rauchen in öffentlichen Räumen, Restaurants und an Arbeitsplätzen verbieten, um Nichtraucher und schwangere Frauen zu schützen. Dennoch gibt es immer noch viele Orte, an denen das Rauchen erlaubt ist, und viele Menschen sind gezwungen, den Rauch anderer einzuatmen. Dies führt nicht nur zu gesundheitlichen Problemen, sondern auch zu einem erhöhten Stresslevel und einem Gefühl der Hilflosigkeit bei den Betroffenen, insbesondere bei werdenden Müttern.

Eine umfassende Aufklärung über die Gefahren des Passivrauchens ist von großer Bedeutung. Es ist wichtig, dass du dir als Raucher der Auswirkungen deines Verhaltens auf andere bewusst bist.

Ist Passivrauchen schlimmer als aktiv rauchen?

Passivrauchen kann gravierende Folgen haben, insbesondere für Kinder und Personen mit bereits bestehenden gesundheitlichen Problemen. Es ist also zweifellos schädlich für die Gesundheit. Passiv eingeatmeter Rauch enthält viele der gleichen gefährlichen Chemikalien wie das aktive Rauchen.

Allerdings sind aktive Raucher in der Regel einer stärkeren Belastung durch diese schädlichen

Substanzen ausgesetzt, da sie die Zigaretten direkt inhalieren. Beide Arten des Rauchens sind in Bezug auf den gesundheitlichen Aspekt sehr bedenklich, weshalb es am besten ist, sowohl aktives als auch passives Rauchen zu vermeiden, um die eigene Gesundheit zu schützen. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Passivrauchen mit verschiedenen Erkrankungen wie COPD, Krebs und Herzinfarkten in Verbindung steht.

Laut einer Studie der Europäische Lungenfachgesellschaft zu diesem Thema sterben jährlich rund 4.000 Menschen an den Folgen des Passivrauchens1, davon 70% Frauen.

Iqos – Passivrauchen ist nicht gleich E-Zigarette Passivrauchen

Im Folgenden erfährst du, was die Unterschiede sind.

Iqos und andere Tabakerhitzer:

Forscherinnen und Forscher von der Universität Lausanne (Institut de Santé au travail IST) und von Unisanté (Lausanne) konnten belegen, dass Iqos und auch andere Tabakerhitzer, Rauch ausstoßen und giftige Kombinationen abgeben, die auch in regulären Zigaretten vorhanden sind: flüchtige organische Verbindungen (VOC), krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), wie unter anderem Benzol, Formaldehyd, tabakspezifische Nitrosamine und Kohlenmonoxid. Zwar liegen diese giftigen Verbindungen in vielen Fällen in geringerem Maße vor als beim Rauch der herkömmlichen Zigaretten, doch haben die Forschenden große Mengen anderer schädlicher Inhalte nachgewiesen. So auch einen wichtigen Reizstoff des Tabakrauchs, das Acrolein. 4

Die Untersuchung der Daten der Tabakindustrie (PMI und auch neuere unabhängige Studien (2022) haben auch eine eindeutige Erhöhung anderer Ausstöße ergeben, die mit den üblichen (Verbrennungs-) Zigaretten nicht bekannt waren. Dies sollen Stoffe sein, die bisher noch nicht auf der Liste der womöglich schädlichen Stoffe der US-amerikanischen Food und Drug Administration (FDA) aufgeführt wurden.

So werden also von Iqos für Passivraucher toxische Luftverunreinigungen abgegeben. Zusätzlich können die Tabakerhitzer zu einer Verschlechterung der Luftqualität in Innenräumen beitragen. Je kleiner der Raum ist (Auto) und je weniger Frischluft in den Raum gelangt, desto größer ist die Ansammlung der Schadstoffe.5

Die erhitzten Produkte stellen im Vergleich zu Tabakzigaretten eine kleinere Verschmutzungsquelle im Inneren dar. Ihre Wirkung ist jedoch wahrscheinlich trotzdem nicht vernachlässigbar und außerdem noch nicht final erforscht. 

Tests kanadischer Forscher mit Iqos haben nachgewiesen, dass Aldehyde, Stickstoffverbindungen und aromatische sowie weitere womöglich schädliche Verbindungen im Primär – und Sekundärrauch enthalten sind.6

Es zeigte sich ebenfalls, dass das Aerosol des Primär- und Sekundärrauchs in einer Testkammer bis zu 33 flüchtige organische Verbindungen (VOC) enthalten kann. 

E-Zigaretten Passivrauchen

Mit dem Begriff fängt es schon an, denn eigentlich gibt es bei E-Zigaretten kein Passivrauchen, da allgemein von „Dampfen“ gesprochen wird. Beim Rauchen wird Tabak verbrannt, beim Dampfen wird nichts verbrannt, sondern es entsteht eine Art „Wasserdampf“ wie der Name schon sagt.

Für starke Raucher, die es nicht schaffen aufzuhören und die deswegen verzweifelt sind, ist die E-Zigarette mit Sicherheit eine Alternative. Das ist sonnenklar. Bevor ein starker Raucher das Giftgemisch einer Tabakzigarette zu sich nimmt, ist die E-Zigarette tatsächlich mit einer Risikoreduzierung verbunden.“ (Dr. Martina Pötschke-Langer im Interview mit Judith Hartl)

Der Dampf einer E-Zigarette setzt bis zu 99% weniger Schadstoffe frei als Zigarettenrauch, wie erste Laborstudien belegen. Zum Teil sind diese sogar kaum von verbrauchter Atemluft zu unterscheiden. Der Dampf von E-Zigaretten bzw. das Aerosol verbleibt zum Großteil im Körper und kann von diesem eigenständig und ohne Hilfe von außen verarbeitet werden. Dies ist ein sehr großer Unterschied, der oft vergessen wird. Außerdem muss aktiv gedampft werden, um überhaupt Dampf zu produzieren. Anders als bei Zigaretten, welche immer Rauch abgegeben, sobald sie brennen. Auch wenn oft der Eindruck entsteht, dass es mehr Dampf ist, weil der weiße Dampf im Vergleich zum teilweise unsichtbaren Rauch immer sichtbar ist. Nach Stand der aktuellen Forschung stellt der Dampf auch für Dritte kein gesundheitliches Risiko dar, ganz im Gegensatz zum Zigarettenrauch.

Getestet wurde:

  • Aerosol eines E-Liquids der Firma Johnsons Creek (Hartland, WI, USA) mit dem Aroma “Tennessee Cured” in Null Prozent beziehungsweise 2,4 Prozent Nikotinstärke. Die gelisteten Inhaltsstoffe waren: „USP grade propylene glycol, USP grade vegetable glycerol, deionized water, natural flavors, artificial flavors, USP grade nicotine (not in 0.0%), USP grade citric acid (as a preservative)“
  • 99,5% reines Propyleneglycol und Glyzerin des Herstellers Alfa Aesar (Karlsruhe, Germany)
  • Tabakrauch von 3R4F-Referenzzigaretten mit Standardfilter, hergestellt von der Kentucky Universität, Lexington, KY, USA

Eine schöne Auswirkung des Dampfens ist zudem, dass die Luft in geschlossenen Räumen wesentlich weniger belastet wird, auch was den Geruch angeht. Wahrgenommen werden im Allgemeinen nur die gut duftenden Aromastoffe im Dampf.

Wenn du Unterstützung beim Rauchstopp suchst, nimm noch heute Kontakt mit uns auf, um einen kostenlosen Beratungstermin bei uns zu vereinbaren. Du erreichst uns jederzeit telefonisch, per E-Mailoder kannst bequem über unseren Kalender einen Termin mit einem unserer Berater vereinbaren

Passivrauchen Schwangerschaft einmalig

Lieber Raucher, bei den Recherchen zu dieser Seite ist uns aufgefallen, dass „Passivrauchen Schwangerschaft einmalig“ ca. 200 Mal pro Monat in dieser Kombination gegoogelt wird.

Das macht natürlich überhaupt keinen Sinn. Sicher fragst du dich, ob einmaliges Passivrauchen in der Nähe eines Rauchers für dein Baby gefährlich ist, oder ob du vielleicht ein paar „Aufenthalte“ in der Nähe der Raucher „frei hast“. Natürlich kann man das nicht verifizieren – Passivrauchen kann nie gut sein- aber bitte googele in Zukunft „einmaliges Passivrauchen bei Schwangerschaft“, damit die Suchmaschine dir besser helfen kann!

Quellen

Deutsche Lungenstiftung e.V.
2 Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
3 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
4 Auer R, Concha-Lozano N, Jacot-Sadowski I, Cornuz J, Berthet A. Heat-Not-Burn Tobacco CigarettesSmoke by Any Other Name. JAMA   Intern Med. 2017;177(7):1050–1052.5
5 Wolfgang Schober, Ludwig Fembacher, Adela Frenzen, Hermann Fromme, Passive exposure to pollutants from conventional cigarettes and new electronic smoking devices (IQOS, e-cigarette) in passenger cars, International Journal of Hygiene and Environmental Health, Volume 222, Issue 3, 2019, Pages 486-493, ISSN 1438-4639.
6 Lucia Cancelada, Mohamad Sleiman, Xiaochen Tang, Marion L. Russell, V. Nahuel Montesinos, Marta I. Litter, Lara A. Gundel et Hugo Destaillats. Produits du tabac chauffés : émissions volatiles et leur impact prévu sur la qualité de l’air intérieur. Sciences et technologies de l’environnement 2019 53 (13), 7866-7876.

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